Crowdfunding in Gro├čbritannien - die rechtlichen Folgen

Die Financial Conduct Authority bzw. FCA ist für die Reglementierung bestimmter Crowdfunding-Plattformen in Großbritannien zuständig. 

Der Begriff Crowdfunding wird allgemein benutzt, um eine Methode zu beschreiben, mit der ein bestimmtes Vorhaben über Online-Portale (Crowdfunding-Plattformen) und mit Hilfe einer großen Anzahl von Geldgebern finanziert wird. Es gibt verschiedene Formen von Crowdfunding, wobei loan-based Crowdfunding (auf Darlehen beruhend) und investment-based Crowdfunding (auf Investition beruhend) reglementiert ist. Andere Formen des Crowdfunding, wie z. B. auf Belohnungen oder Spenden beruhendes Crowdfunding, sind nicht reglementiert.

Auf loan-based beruhendes Crowdfunding umfasst das Bereitstellen von Darlehen durch Investoren im Gegenzug für finanzielle Renditen in Form von Zinsen. Diese werden auch als Peer-to-Peer-Lending (p2p) bezeichnet und ermöglichen das Verleihen von Finanzmitteln unter Ausschluss der traditionellen Banken.

Auf investment-based beruhendes Crowdfunding bedeutet, dass Investoren für Ihre Investition eine Beteiligung am Unternehmen, wie z. B. Anteile an einer Gesellschaft erhalten können. Investoren können ebenso z. B. in einen Fonds investieren, welcher als bevollmächtigter Vertreter investiert. Je nachdem, ob das Vorhaben erfolgreich ist oder nicht, kann der Wert der Investitionen steigen oder sinken.

Der Crowdfunding-Markt in Großbritannien wächst stetig an. Einer Berechnung von Nesta und der University of Cambridge (Nesta 2015) zufolge betrugen Peer-to-Peer-Geschäftsdarlehen, dem Volumen nach das größte Crowdfunding-Modell, fast 1,49 Milliarden £ und Peer-to-Peer-to-Peer-Verbraucherkredite erreichten fast 909 Millionen £. Die 2015 in Großbritannien über das Internet bezogenen alternativen Finanzierungen betrugen 3,2 Milliarden £, ein Anstieg im Vergleich zu den im Vorjahr erzielten 1,74 Milliarden £. Aus regulatorischer Sicht gibt es verschiedene Punkte, die zu berücksichtigen sind. Crowdfunding-Aktivitäten können nach Artikel 19 des Financial Services and Markets Act 2000 (FSMA) sog. Regulated Activities darstellen. Sie können ebenso auch sog. Financial Promotions darstellen, was unter Umständen gegen Artikel 21 des FSMA verstoßen könnte. Crowdfunding mit Hilfe eines öffentlichen Angebots von Wertpapieren kann unter anderem die Bereitstellung eines Prospekts oder eines Investitionsmemorandums für Investoren, die zur Zeichnung solcher Wertpapiere aufgefordert werden, erforderlich machen. Crowdfunding-Plattformen müssen ebenso berücksichtigen, ob ihre Tätigkeit ein sog. Collective Investment Scheme gemäß Artikel 235 (1) FSMA oder einen Alternativen Investmentfonds (AIF) nach der Alternative Fund Managers Directive (AIFMD) darstellt.

Daher müssen Crowdfunding-Plattformen prüfen, ob sie für ihr Unterfangen die Zulassung der FCA einholen müssen. Das Genehmigungsverfahren kann für Crowdfunding-Plattformen lang und mühsam sein und nach Erteilung der Zulassung andauernde regulatorische Verpflichtungen nach sich ziehen.

Es gibt hierzu auch Unterschiede in einigen der Vorschriften, die für auf investment-based beruhende Crowdfunding-Plattformen und auf loan-based beruhende Crowdfunding-Plattformen gelten.

Schlussfolgerung

In Großbritannien wurden die Vorschriften für das Crowdfunding wesentlich geändert. Diese zusätzlichen Vorschriften wurden in Hinblick auf die wachsende Bedeutung des schnell wachsenden Crowdfunding-Markts eingeführt. Unternehmen, die die Absicht haben, die Zulassung für reglementierte Crowdfunding-Aktivitäten zu beantragen und solche, die bereits zugelassen sind, werden sicherstellen müssen, dass sie sich der rechtlichen, finanzrechtlichen und organisatorischen Anforderungen bewusst sind und müssen gewährleisten, dass sie in Bezug auf die ihr Unternehmen betreffenden regulatorischen Angelegenheiten auf dem neuesten Stand sind. 

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