Kapitalertragssteuer für nicht in Großbritannien ansässige Personen

Wohneigentum in Großbritannien

Vor dem 6. April 2015 mussten Personen, die für Steuerzwecke nicht in Großbritannien ansässig sind (non-UK residents), beim Verkauf von britischem Wohneigentum keine Kapitalertragssteuer (Capital Gains Tax bzw. CGT) bezahlen, vorausgesetzt, diese unterliegen nicht der Jährlichen Steuer auf Umschlossene Wohnstätten (Annual Tax on Enveloped Dwellings bzw. ATED). Das Finanzgesetz (Nr. 2) 2015 (Finance Bill (No. 2) 2015) enthält Rechtsvorschriften, die dies ändern. Infolgedessen wurde das CTG-System ausgeweitet und Personen mit einem solchen Steuerstatus, die britisches Wohneigentum verkaufen, könnten dem CTG unterliegen. Obwohl das Finanzministerium in seinem Budget für 2016 angekündigt hat, dass der Steuersatz für CGT ab dem 6. April 2016 gesenkt wird, gilt für Wohneigentum der derzeitige Steuersatz.

Welche Immobilien fallen unter die neue Regelung?

CTG für Personen, die für Steuerzwecke nicht in Großbritannien ansässig sind (non-resident capital gains tax bzw. NRCGT), betrifft solche Personen, die „einen Anteil an Wohneigentum in Großbritannien“ verkaufen. Dies ist breit definiert und erfasst alle Flächen, die zu irgendeinem Zeitpunkt an oder nach dem 6. April 2015 zur Nutzung als Wohnstätte geeignet sind bzw. waren. Dazu gehören auch Objekte, die derzeit als Wohnsitz genutzt werden bzw. potentiell als solcher genutzt werden können. NRCGT gilt auch für sich derzeit im Bau befindende Wohnimmobilien, d. h. es betrifft auch Verkäufe von Verträgen für Neubaupläne, wenn auf dem nach dem Vertrag zu erwerbenden Land Wohnraum gebaut werden soll.

Wer ist betroffen?

Einzelpersonen

Wenn eine für Steuerzwecke nicht in Großbritannien ansässige Person (non-resident) eine Wohnimmobilie in Großbritannien verkauft, so wird der damit verbundene Gewinn genauso besteuert als wäre die Wohnimmobilie von einer in Großbritannien für Steuerzwecke ansässigen Person (resident) verkauft worden. Der Steuersatz beträgt entweder 18 % oder 28 % und ist von weiteren Einkommen und Gewinnen in Großbritannien abhängig.

Nicht ansässige Gesellschaften

Die Regierung hat einen Test in Bezug auf „eng kontrollierte Unternehmen“ („narrowly controlled company“ test) eingeführt, nach dem nur Unternehmen, die als private Investitionsmittel von Einzelpersonen, Familien oder kleinen Gruppen von Einzelpersonen dem NRCGT unterliegen würden. „Eng kontrolliert“ heißt, dass eine Gesellschaft von fünf oder weniger Mitgliedern kontrolliert wird, wobei „Kontrolle“ das Eigentum einer Mehrheit des Grundkapitals der Gesellschaft, der Stimmrechte oder ein Anrecht auf Unternehmenswerte im Falle einer Abwicklung der Gesellschaft einschließt. Darüber hinaus werden Rechte, die von einem Familienangehörigen eines bestimmten Mitglieds gehalten werden, diesem Mitglied zugeschrieben. Der NRCGT-Steuersatz für Gesellschaften, die für Steuerzwecke nicht in Großbritannien ansässig sind, beträgt 20 %. 

Treuhandgesellschaften

Wird Wohneigentum durch Treuhänder einer für Steuerzwecke nicht in Großbritannien ansässigen Treuhandgesellschaft verkauft, gilt ein NRCGT-Steuersatz von 28 %.

Fonds

Für Offshore-Fonds gilt ein NRCGT-Steuersatz von 20 %. Fonds, die als Partnerschaft aufgebaut sind, unterliegen NRCGT und die einzelnen Partner werden so besteuert, als hielten sie direkt einen Teil des Wohneigentums. 

Welche Ausnahmen sind verfügbar

Die folgenden Steuervergünstigungen sind unter Umständen

  • Für Steuerzwecke nicht in Großbritannien ansässige Personen und Treuhänder genießen für das Steuerjahr 2015/2016 einen jährlichen CGT-Freibetrag in Höhe von 11.100 £.
  • Verluste können mit Gewinnen, die im gleichen bzw. vorangegangenen Steuerjahr durch Verkäufe von Wohneigentum erzielt wurden, verrechnet werden.
  • Vergünstigungen für Konzerne für Verluste von Offshore-Gesellschaften in Bezug auf Wohneigentum innerhalb eines NRCGT-Konzerns
  • Indizierungs-Freibetrag nur für Gesellschaften
  • Steuerbefreiung für die Veräußerung bestimmter Vermögenswerte („Roll-over Relief“)
  • Steuerbefreiung für das Verschenken bestimmter Vermögenswerte („Hold-over Relief“)
  • Vergünstigungen für Privatwohnungen (Private Residence Relief bzw. PPR) - PPR wirkt sich so aus, dass Kapitalgewinne, die sich aus von Einzelpersonen als Hauptwohnsitz genutztem Wohneigentum ergeben, von CGT befreit sind und genutzt werden können, um die NRCGT-Steuerpflicht auf Null zu reduzieren. Eine für Steuerzwecke nicht in Großbritannien ansässige Person wird dies jedoch nur dann nutzen können, wenn die das Objekt verkaufende Person das Objekt als Hauptwohnsitz angibt und diese Person dieses Objekt in diesem Steuerjahr für mindestens 90 Mitternächte bewohnt hat. Nicht in Großbritannien ansässige Personen können PPR jedoch auch dann beantragen, wenn deren Ehepartner oder eingetragener Lebenspartner in dem Steuerjahr dieses Objekt für mindestens 90 Mitternächte bewohnt. 

Die Einführung der Erweiterung der CGT-Regelung wird sich erheblich auf Personen auswirken, die für Steuerzwecke nicht in Großbritannien ansässig sind und derzeit Wohneigentum in Großbritannien besitzen oder erwarten, Wohneigentum in Zukunft zu besitzen. Investoren werden sorgfältig überlegen müssen, wie Investitionen in den britischen Wohnimmobilienmarkt zukünftig zu strukturieren sind.  

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